Herbst-Tour 2000 durch die Allgäuer Alpen

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3. Tag: Schrankogel (3496 m)

Etwas später wie sonst geht es gegen 7.30 Uhr los, was unter anderem daran lag, daß der Hüttenwirt verschlafen hatte! Nicht nur, daß wir erst 15 Min. umsonst gewartet haben, endete das ganze dann in einem unfreiwilligen "Outdoor-Frühstück" (wir hatten ja alles dabei und auf die Tasse Tee konnte man zugunsten eines schnelleren Aufbruchs auch noch verzichten.

Das Wetter hat sich leider immer noch nicht großartig geändert, Wolken beherrschen den Himmel und das obwohl es laut Wetterbericht klar und sonnig sein soll - das Wetter hält sich eindeutig mal wieder nicht an dem ihm vorgeschriebenen Wetterbericht.


Draußen ißt´s sichs halt am besten - vorallem wenn drinnen noch alles verschlossen ist...
Draußen ißt´s sichs halt am besten - vorallem wenn drinnen noch alles verschlossen ist...


Aufstiegsmoräne zum Schrankogel..
Aufstiegsmoräne zum Schrankogel..

Heute werde ich (und Micha natürlich auch) meinen Höhenrekord, den bisher das Silvrettahorn (3244 m) belegt hat, kräftig nach oben schrauben, denn der Schrankogel ist fast ein 3500er und der zweithöchste Gipfel der Stubaier Alpen (der höchste ist das Zückerhütl mit 3505 m).

Der Aufstieg erfolgte über den Ostgrat, zu dessen Einstieg man über eine ziemlich lange Moräne läuft. Diese war ungewöhnlicherweise am Beginn mit Blumen bewachsen - und das in über 2500 m Höhe. Die Neigung der Moräne selbst ist verhältnismäßig gering und das Laufen wirklich purer Genuß, da man einfach nur geradeaus zu laufen braucht.


Pause auf rund 3000 m Höhe am Sattel
Pause auf rund 3000 m Höhe am Sattel
Der untere Teil des Ostgrats
Der untere Teil des Ostgrats


Gegen 10.15 Uhr war dann das Ende der Moräne erreicht und wir fanden uns schließlich auf einen ziemlich zugigen Sattel in rund 3000 m Höhe wieder - der Beginn des Ostgrats. Hier wurde natürlich nochmal gefrühstückt.

Der Ostgrat selber war teilweise Kletterei im II. Grad, die durch den Schnee aber nicht allzustark in den Vordergrund trat, aber das kombinierte gehen über einige hundert Höhenmeter schlauchte doch schon ganz schön. Einen guten Eindruck kriegt man in meinem Video.

Auf dem Ostgrat in rund 3300 m Höhe
Auf dem Ostgrat in rund 3300 m Höhe


Auf dem Schrankogel (3496 m)
Auf dem Schrankogel (3496 m)

Steigeisen waren glücklicherweise nicht nötig (wir hatten auch keine dabei), aber ein Pickel ist hier ziemlich hilfreich. Handschuhe übrigens auch, die Micha dummerweise vergessen hatte, denn bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt und einem recht eisigen Wind war es doch recht frisch.

Kurz vor dem Gipfel geht es dann noch über einen schönen Grat und um 12.30 Uhr standen wir dann auf dem Gipfel. Aussicht - leider Fehlanzeige, wir waren komplett von Wolken eingehüllt! Durch das ungemütliche Wetter beschränkten wir die Gipfelrast auch auf das Notwendigste (Filmen, fotographieren, Corny essen) und machten uns bald auf zum Abstieg über den Normalweg.


Vom Gipfel muß man um zum Normalweg zu kommen eine recht schmale (schneebedeckte) Gipfelschneide passieren, die man vorzugsweise nur mit Pickel gehen sollte, da ein Ausgleiten hier ziemlich tragische Folgen hat.

Der weitere Abstieg verläuft zunächst über einen luftigen Grat, was ihm trotz Wegmarkierung zu hochalpinen Flair verhilft, und nach ungefähr 150 Höhenmetern in steilen Serpentinen die Westflanke hinunter. Hier trafen wir dann noch auf einen Alleingänger (der einzige übrigens, der heute auch hier unterwegs war).

Ab 3300 m kamen wir dann wieder aus den Wolken hervor und wir hatten wenigstens ein bißchen Aussicht. Nun konnten wir übrigens auch gut den Sulzkogel betrachten, der von hier oben ziemlich unmarkant aussah, um das mal höflich auszudrücken.
Als wir 2 Stunden später schon recht weit unten waren, zogen dann die Wolken vom Gipfel ab - schade.

Runter gehts den Westgrat
Runter gehts den Westgrat


Es geht zurück zur Amberger Hütte
Es geht zurück zur Amberger Hütte

Mit dem restlichen Weg zur Hütte konnten wir uns dann Zeit lassen, für einen weiteren Gipfel reichte die Zeit sowieso nicht mehr und so waren kurz nach 17 Uhr wieder auf unserer Hütte.

An diesem Abend haben wir den Hüttenwirt und seine Art von Humor näher kennengelernt: ein paar Leute fragten ihn, was man für den Schrankogel denn alles für Ausrüstung bräuchte (Steigeisen? Eisgeräte? Seil?). Der Hüttenwirt meinte nur lapidar: "jaja, nehmt´s nur alles mit". Einerseits kann er ja nicht beurteilen, wieviel Ausrüstung ein paar fremde Leute brauchen, jedoch war das deutlicher Overkill.
Da wir keinen AV-Führer dabei hatten, fragten wir ihn, wie der Weg auf unseren vorerst letzten Dreitausender, den Gaislehnkogel, sei und erhielten als wenig hilfreiche Antwort "ja, da kann man schon hoch"....



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(c) by Thorsten Liborius, 2001
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